Julie & Julia

Regie & Buch: Nora Ephron
Mit: Meryl Streep, Amy Adams
IMDb

Es gibt Filme, die sind gefährlich. Nicht, weil sie Albträume hervorrufen, sondern weil sie das dringende Bedürfnis erzeugen, sich sofort an den Herd zu stellen, und ungesunde Dinge zu tun. Berühmte Vertreter dieser Filmekategorie sind Chocolat, Bella Martha und selbstverständlich auch Julie & Julia.

juliejulia

Worum geht’s?

Der Film vereint die Geschichten zweier Frauen.

Zum einen Julia Child (1912 – 2004), die während eines langen Frankreichaufenthalts in den 50er Jahren von der dortigen Kochkunst sehr geprägt wurde. Nach einem Studium an der legendären Cordon Bleu-Schule gründete sie zusammen mit zwei befreundeten Französinnen eine eigene Kochschule für Amerikanerinnen in Paris. Ihr gemeinsames Kochbuch, Mastering the Art of French Cooking, das 1961 veröffentlicht wurde, hat die gesamte amerikanische Küche revolutioniert.

Zum anderen Julie Powell (*1973), die, während sie im August 2002 als Zeitarbeitskraft für die Lower Manhattan Development Foundation arbeitete, mit dem Julie/Julia-Projekt begann: ein Blog, in dem sie ihren Versuch in einem Jahr sämtliche 524 Gerichte aus Julia Childs Kochbuch nachzukochen.

Die einzelnen Geschichten sind sehr konventionell erzählt und für sich alleine genommen sicherlich nicht ausreichend für einen abendfüllenden Spielfilm. Durch den Kniff die beiden Frauen miteinander zu verknüpfend, wird das ganze zu einer recht lebendigen Mischung. Immer, wenn es einem von der einen zuviel wird, bringt einen ein Schnitt wieder fünfzig Jahre durch die Zeit. Im wesentlichen wird der Film aber von seinen beiden Hauptdarstellerinnen getragen. Amy Adams als Julie Powell – quirlige Köchin am Rande des Nervenzusammenbruchs. Und Meryl Streep spielt Julia Child nicht, sondern sie ist Julia Child.

Insgesamt kein Meisterwerk, aber eine solider, unterhaltsamer Film mit guten darstellerischen Leistungen.
Nicht zu vergessen: das Essen ist großartig fotografiert und bewirkt, dass man mit knurrendem Magen vor der Leinwand sitzt. Auch wenn ich manche Rezepte niemals ausprobieren würde (Hummer! Pochierte Eier! Aspik! Bäh!), bei anderen werde ich mich nicht zurückhalten können.

Das erste Rezept ist bereits nachgekocht: Suprêmes de Volaille aux Champignons.

Autor:Bene
Datum: Dienstag, 17. November 2009 9:00
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Cineastisches, Kulinarisches

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