The Boat That Rocked

Deutscher Titel: Radio Rock Revolution
Regie & Buch: Richard Curtis
IMDb, Rating: 7.6

Vorneweg: eigentlich war der Film ganz ok.

Aber trotzdem für mich größte filmische Enttäuschung des Jahres. Warum? Eigentlich war doch alles perfekt. Regie und Drehbuch stammen von Richard Curtis, der sich nicht nur als (Mit-)Erzeuger von Blackadder und Mr. Bean einen Namen gemacht hat, sondern der mit Love Actually eine der schönsten und unterhaltsamsten Romantic Comedies dieses Jahrzehnts gedreht hat.
Und dann eine Traum-Besetzung, in der große Teile der Crème de la Crème Großbritanniens versammelt sind: Kenneth Brannagh, Emma Thompson, Bill Nighy, (Bond-Girl) Gemma Arterton und Nick Frost. Außerdem Rhys Ifans, Philip Seymour Hofmann sowie Talulah Riley. Letztere steht nicht umsonst auf meiner TOP5-Young-Pretty-Brits-To-Watch-Out-For-Liste.
boatthatrocked

Worum geht’s?
Wir befinden uns im Jahr 1966 n.Chr. In ganz Großbritannien weigern1 sich die Radiosender (also: BBC) Rock ‘n’ Roll auszustrahlen… In ganz Großbritannien? Nein! Von einem von unbeugsamen Briten (und Amerikanern) bevölkerten Frachtschiff wird die Insel rund um die Uhr mit Rockmusik versorgt. Und das Leben ist nicht leicht für die britischen Beamten, die genau das zu verhindern versuchen…

Der Film erzählt, überwiegend aus der Perspektive des jungen Carl, vom Leben an Bord des Piratenschiffes. Die Crew – bis auf die lesbische Köchin alles Männer – ist ein Panoptikum skurriler Charaktere, die sich voll und ganz dem Rock ‘n’ Roll verschrieben haben. Das Problem ist nur, dass sich viele grandiose Solokünstler nicht zwangsweise zu einem großen Ganzen vereinen lassen. Und während sich immer wieder wunderbare Szenen voll schrägem Witz herauskristallisieren, fehlt doch der große Bogen, der den Film nicht wie eine beliebige Playlist eines schlechten DJs aussehen lässt und der gleichzeitig, fern von Oberflächlichkeiten und pubertärem Klamauk, die Phase gesellschaftlichen Umbruchs deutlich macht. Und so rutscht der ganze Film gegen Ende in Richtung einer unfreiwilligen Titanic-Parodie. Bleibt noch der Soundtrack. Der immerhin ist großartig.

Tipp:
Ein informatives Interview mit Richard Curtis hat der MovieRetriever geführt.

  1. Ok, zwei Stunden pro Woche waren es schon.

Autor:Bene
Datum: Montag, 16. November 2009 16:44
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Cineastisches, Musikalisches

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